Deggendorf wird als das "Tor zum Bayerischen Wald"
bezeichnet. Bereits in der Frühzeit der Besiedlung des heutigen Stadtgebietes dürfte
ein Donauübergang bestanden haben, der den Weg nach Böhmen ermöglichte. Das
Nachbarland war nämlich auf die Salzzufuhr aus dem Alpengebiet angewiesen. So
entwickelte sich hier ein wichtiger Handelsstützpunkt. Um 1242 fiel Deggendorf
in Besitz von Herzog Otto II. aus dem Geschlecht der Wittelsbacher. Unter seiner
Herrschaft wurde Deggendorf mit einer Mauer, einem Graben und 4 Toren befestigt.
Sie diente der Sicherung der Grenze, der Straßen und der Brücke. Die Reste
dieser 14 Meter hohen und 3 ½ Meter dicken Mauer mit dem Wehrgang kann man
heute in unmittelbarer Nähe unserer Schule besichtigen. Eine Sage berichtet
auch, dass König Ottokar von Böhmen 1257 die Stadt belagert und angegriffen
haben soll. Dabei spielten die Stadtmauer und die "Knödelwerferin"
eine wichtige Rolle. Nur einen "Knödelwurf" entfernt von unserer
Schule wurde ein Brunnen mit dieser Hauptperson der Sage aufgestellt.
1316 erhielt Deggendorf von Königin Agnes, der Witwe Herzog Ottos III. das
Stadtrecht verliehen. Ab dem 16. Jahrhundert veränderte Deggendorf sein
Aussehen. Die mittelalterlichen Befestigungsanlagen wurden, als sie nicht mehr
zeitgemäß waren, verkauft und abgerissen. Heute steht wie bereits erwähnt nur
noch ein kleiner Teil davon. In dieser Zeit finden sich auch erste Hinweise auf
die Angermühle. Sie stand vermutlich an der Stelle, an der sich die
heutige Hausmeisterwohnung unserer Schule befindet.